Franz Sachs

Werkmeister. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1906    † 1943

 

Herkunft, Beruf

Franz Sachs wurde am 20.12.1906 in Waldreichs (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Werkmeister im Reichsbahnausbesserungswerk (Wien-Floridsdorf).

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 18. 4. 1942 wurde Franz Sachs verhaftet und am 27. 2. 1943 gemeinsam mit H. Auer, K. Gutleber, W. Puttinger und O. M. Daxbeck (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 14.7.1943 wurde er im LG I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Wenn der Angeklagte Sachs zu seiner Verteidigung vorbringt, er habe nicht gewusst, dass der Artikel, den er für Puttinger schrieb, für die kommunistische Partei bestimmt gewesen sei, so kann er hiermit keinen Erfolg haben. Schon die Themenstellung ’Theorie und Praxis‘ beweist, dass Sachs eine gegen den nationalsozialistischen Staat gerichtete illegale Kampfschrift liefern sollte. (…) Der hochverräterische Charakter des Hetzartikels des Angeklagten Sachs ist absolut eindeutig; er enthält zahlreiche gehässige Missbilligungen und Missdeutungen von Maßnahmen des Führers und die Drohung mit der ’proletarischen Revolu­tion‘.“

Mahnmale

Sein Name steht auf dem 1950 enthüllten Mahnmal in der ÖBB-Hauptwerkstätte (Wien 21, Brünner Straße 68-70), ebenso auf dem Mahnmal am Hainburger Friedhof.

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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